Biopolitik

Vorläufige Thesen zum Ausnahmezustand

1. Vieles von dem, was in diesen Tagen verordnet wird, besitzt rationale Elemente. Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, machen gewisse Einschränkungen des öffentlichen Lebens Sinn. (Unabhängig von der Frage, wieweit nicht eher ein Fokus auf die Abschirmung von Risiko-Gruppen gelegt werden sollte.) In einer idealen (Welt-)Gesellschaft würde dies durch die rationale Einsicht mündiger Individuen geschehen. In der bestehenden schlechten Gesellschaftsordnung tritt der Staat an diese Stelle und verordnet entsprechende Maßnahmen. Eine Kritik an ihnen läuft daher Gefahr, sich in persönlicher Empörung oder irrationalem Geraune zu verlieren, bleibt aber dennoch die Aufgabe einer linken Bewegung.

Covid 19 und Militanz

An alle militanten zusammenhänge, aktivist*innen und menschen mit herz. Erhaltet eure handlungsfähigkeit. Stellt euch auf ausgangsperren ein. Unterlauft sie.

DAS CORONAVIRUS UND DER AUSNAHMEZUSTAND

Es fällt zunehmend schwer in diesem Land noch kritisches, abweichendes von sich zu geben. Abweichend in dem Sinne, dass das was man sagt oder schreibt, überhaupt noch einen Adressaten findet inmitten der allgegenwärtigen Lähmung und Begriffslosigkeit. Angst und Ohnmacht haben sich tief eingeschrieben in die Seelen der (scheinbaren) Gegner des Empires und so wie im Trauma Splitter des Unterbewusstseins von Täter und Opfer verschmelzen, so gibt es nur noch eine Verhandlungsmasse über die Tatsache, die Barbarei nicht allzu schmerzlich ausfallen zu lassen. Angst und Ohnmacht sind nicht nur schreckliche Gefühle, sie produzieren aus der Not heraus, die sich aus ihrer bloßen Existenz, aus ihrem Erleben ergeben, auch jede Menge Dummheit. Wer sich nicht mehr in der Lage sieht, sich zu verteidigen, zu behaupten, wird alles daran setzen, den existentiellen Widerspruch zwischen den eigentlichen Wünschen und Sehnsüchten und dem realen Leben zu negieren, zu verdrängen. Die individuelle Neurose wird zur allgegenwärtigen gesellschaftlichen Realität, die alles auslöschen will, ja scheinbar auslöschen muss, was abweicht. Wobei sich jegliche linke Kritik an der Abweichung in der Regel subtilerer Mechanismen bedient, der oder die Abweichler als Familienmitglied behandeln wird/werden, den oder die man doch in einem höheren Interesse entweder wieder in die Reihen zurückzuholen, oder wenn gar nicht mehr helfen solle, eben zu verstoßen habe.

Umso tröstlicher fällt der Blick über die Grenzen. Nicht nur, weil inmitten des sich etablierenden Pandemie Faschismus Knäste in Brand gesteckt und Massenflüchte organisiert werden (Italien) und das Zusammenrottungsverbot missachtend Tausende durch Paris ziehen und sich über Stunde Kämpfe mit den Bullen liefern, sondern auch und besonders, weil es noch Köpfe gibt, die in der Lage sind, Abweichendes zu denken und zu veröffentlichen. Tiqqun stellte schon vor Jahren die Frage, wo angesicht von Kybernetik und Kontrollgesellschaft jenes Rauschen zu produzieren sei, dass eine Störung zu verursachen in der Lage sei, die nicht als Information – und erst recht nicht als Widerstand – von den Apparaten ausgewertet werden könne.

Dieser Tage erschien nun der Text “Das Coronavirus und der Ausnahmezustand” auf Lundi Matin, die folgende (sinngemäße) Übersetzung erfolgte unter der dankbaren Inanspruchnahme der englischsprachigen Version, die auf autonomie.org erschien:

Corona: Solidariät statt Feindkonstruktionen

Diskutiert über euren Umgang mit dem Virus und darüber, wie wir einen Umgang finden, der nicht bürgerlichen und ausschließenden Kriterien hinterherläuft.

Stadtteilspaziergang gegen Videoüberwachung in Dortmund und NRW

Am Samstag, den 29. Februar  2020,  nahmen circa 30 Aktivist*innen in der Nordstadt an einem Stadteilspaziergang über die Münsterstraße gegen die geplante Videoüberwachung teil.

[B] Baumhäuser geräumt und Wagenplatz SabotGarten gerazzt

Nachdem die Investa die diesjährige Rodungssaison fast verpennt hat wollen sie 3 Tage vor Torschluss noch unbedingt Fakten schaffen an der Bucht. Heute gegen 10 Uhr sammelten sich mindestens 200 Bullen + technische Einheiten, Klettercops und ein Dutzend PMS-Zivis rund ums Ostkreuz. Nach langem Überlegen und einer Panne ihrer Hebebühne (gemietet von STARLIFT Vermietung) starteten sie gegen 1 Uhr einen Angriff gegen die Menschen auf 4 Bäumen. Gleichzeitig stürmten die Bullen den angrenzenden Wagenplatz SabotGarten und führten alle Anwesenden ab.

Tesla- Wald in Grünheide besetzt

Up with tress - down with capitalism.

Schlage dorthin, wo es wehtut! Theodore Kaczynski

Schlage dorthin, wo es wehtut

Hit where it hurts! von Theodore Ted Kaczynski

 

Hier die deutsche Übersetzung.

 

https://archive.org/details/Schlage_dorthin_wo_es_wehtut

 

 

Ruhrpark besetzt! - SquatBo

Als wir von den Aktionstagen #KEINMACHTEN hörten war für unsals klar, dass wir was machen wollen, zum Höhepunkt unserer individualisierten kapitalgesteuerten Gesellschaft. Wir wollen die Kritik an diesem Fest auch aus einem Antigentrifizierungs-Blickwinkel beleuchten und bespielen. Zusammen mit anderen Kleingruppen haben wir uns entschieden die Einfahrt des Ruhrparks am 23.12. um 6:30 Uhr zu besetzen. Als zweites Einkaufzentrum Deutschlands fungierte der Ruhrpark als Vorbildmodell der riesigen Einkaufparks, die wir heute als Normalität in jeder Stadt kennen. Hinter der Eigentumsfirma mfi Immobilien GmbH verbirgt sich der internationale Großkonzern Unibal-Rodamco-Westfield, dem weltweit über 90 Einkaufszentren gehören und welcher der größte Retail-Immobilien-Konzern Europas ist.

Kaptalistisches Einkaufszentrum in Bochum blockiert - FANTIFA

FANTIFA Castrop-Rauxel :

 

Do they know it‘s christmas time at all…?“

 

Yes, we do! And it‘s making us sick!

 

 

 

Anlässlich der Aktionstage #KEINMACHTEN haben wir zusammen mit anderen Kleingruppen die Einfahrt zum Ruhrpark am 23.12. um 6:30 besetzt. Für uns als Queerfeministische Antifaschistische Aktion gibt es viele Gründe uns an diesem direkten Eingriff in den kapitalistischen Alltag zu beteiligen.

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