Thüringen

Sexueller Übergriff im Juwel

[Triggerwarnung]

Vor einem halben Jahr kam es in einem linken Hausprojekt zu einem sexuellem Übergriff. Die Betroffene hat sich dazu entschieden, die Sache öffentlich zu machen und mit Hilfe einer Unterstützer*innen-Gruppe den folgenden Text geschrieben.

#unsichtbar in Thüringen — Was im demokratischen Sandsturm alles untergeht

Thüringen ist über seine Grenzen hinaus nicht unbedingt bekannt für starke linke Bewegungen. Seitdem das besetzte Haus in Erfurt vor bald elf Jahren geräumt und Bernd das Brot entführt wurde, hat es kaum eine Kampagne oder Bewegung ins Gedächtnis jüngerer Bewegungsgeschichte geschafft. Wer heute aus linker Perspektive auf Thüringen blickt, weiß als erstes ein halbes Dutzend Dörfer und Kleinstädte auzuzählen, in denen Nazis regelmäßig Konzerte veranstalten. Die NSU-Aufarbeitung dürfte auch noch ein paar bleibende Stichworte hinterlassen haben. Und dann ist da noch der erste linke Ministerpräsident, der — ja, was zeichnet den eigentlich aus?

Und doch wird nicht nur in allen bürgerlichen Medien in den letzten Tagen ausnahmslos aus Thüringen berichtet, auch Antifaschist*innen und weitere linke Bewegungen haben ihren Fokus auf den Freistaat gelegt. Um den Freund*innen einer befreiten Gesellschaft anderswo eine kritische Positionsbestimmung und Solidarisierung zu erleichtern, folgen hiermit ein paar Einblicke aus dem Schatten des demokratischen Sandsturms.

Die Armut der Kritik am Anarchismus - Brocken aus der Schlammschlacht

In der Zeitschrift lirabelle aus Erfurt schien sich eine kleine Debatte zur vermeintlichen Kritik des Anarchismus und seiner Verteidigung zu entspinnen. Bedauerlicherweise wurde diese nicht weiter ausgeführt, da sich die Redaktion dagegen entschied, den zweiten Teil der "Armut der Kritik am Anarchismus" von Mona Alona in der kommenden Ausgabe #21 abzudrucken. Das ist deswegen schade, weil sie sich somit dafür entschied, Vorurteilen, manipulativen Ausgrenzungsstrategien, bloßen Diffamierungen und schierem Unverständnis des behandelten Gegenstands mehr Raum zu geben, als einer fundierten Argumentation, die freilich nicht ohne etwas Pathos auskommt.

Die Abbildung von Szene-Tratsch auf indymedia ist allgemein nicht unbedingt interessant oder zielführend. Geheimnisse werden hier nicht ausgeplaudert. Da es sich jedoch um eine beispielhafte Auseinandersetzung handelt, die nicht zuletzt verdeutlicht, wie arm die vermeintliche Kritik am Anarchismus tatsächlich ist, lohnt sich vielleicht doch mal ein Blick auf das provinzielle Bashing - was immer ein Ersatz für sozial-revolutionäre Tätigkeiten darstellt. Ansonsten können die Texte auch zur bloßen Unterhaltung gelesen werden.

Wenn ihr v.a. den abgelehnten zweiten Teil der "Armut der Kritik am Anarchismus" von Mona Alona lesen wollt, scrollt runter...

Auf eine respektvolle, konstruktive und solidarische Auseinandersetzung!

 

 

Antifaschistische Sponti am 2.2.18, Weimar

Am heutigen Abend fand eine Spontandemonstration in Weimar statt!

Brutaler Pfefferspray-Einsatz der Polizei, um Thügida-Nazis den Weg frei zu machen

Polizeischergen der übelsten Sorte haben am letzten Freitag im thürischen Sonneberg eine Sitzblockade von Antifaschisten*innen massiv mit Pfefferspray attackiert, um den 70 Teilnehmer*innen eines Thügida-Aufmarsches zu ermöglichen, ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten zu können.

Gegen Extremismusdoktrin und NS-Relativierung

Wer hat mit diesen Worten antifaschistische Praxis und NS-Verbrechen gleichgesetzt? Die Antwort: dieses Mal war es nicht der rassistische Hetzer Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin. Es war tatsächlich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Partei DIE LINKE. Öffentlichen Applaus erntete er dafür von AfD-Rechtsaußen Beatrix von Storch und natürlich von Höcke selbst.

Thüringer ‘Rechtsrocker’ bedrohen das ‘Rebellische Musikfestival’

Thüringer ‘Rechtsrocker’ bedrohen das ‘Rebellische Musikfestival’ in Truckenthal – Das Nazi-Festival muss verboten werden!

‘Das geplante Nazi-Festival am 7. Mai in Hildburghausen muss dringend verboten werden’, so Niko Held vom Vereinsvorstand ‘Rebellisches Musikfestival e.V.’ heute. Er beruft sich dabei auf Morddrohungen, die Unterstützer des ‘Rock für Identität’-Festivals diese Woche gegen Teilnehmer und Bands des ‘Rebellischen Musikfestivals’ ausgesprochen haben.

[LE] Erneute Sammelabschiebung

In der vergangenen Nacht wurden zwischen 3.00 und 6.00 Uhr insgesamt 106 Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt an verschiedenen Orten in Thüringen aufhielten, von der Landespolizei aus ihren Wohnungen geholt und mit Bussen eines polnischen Unternehmens (KL-Team) zum Flughafen Leipzig/Halle gebracht. Im Raum Erfurt gab es Versuche, die Abschiebung zu verhindern. Die Polizei sprach 15 Platzverweise aus.

Ca. 5000 bei vierter AfD Demo in Erfurt

Deutlich über 1000 Menschen haben am 7. Oktober gegen den 4. AfD Aufmarsch in Erfurt demonstriert. Während Medien einstimmig von 8000 Teilnehmer*innen auf der AfD Demo berichten zählte des Projekt „Crowd Counting“ deutlich realistischer 4500 bis 5500 Teilnehmer*innen, also erneut etwa 1000 mehr im Vergleich zur Vorwoche. Es kam zu mehreren Böllerwürfen, dabei wurden Antifaschist*innen leicht verletzt. Die AfD hat angekündigt, kommenden Mittwoch nicht in Erfurt sondern in Magdeburg aufzumarschieren.

„Herbstoffensive“ von Nazis und Rassisten in Thüringen

Für die kommenden 12 Tage werden Antifaschist*innen einen langen Atem brauchen. Militante Nazis und bürgerliche Rassisten haben in den nächsten 2 Wochen mindestens 8 Veranstaltungen in verschiedenen Regionen Thüringens angemeldet. Dass dabei die aktuelle Pogromstimmung gegen Geflüchtete eben nicht nur militante Nazis erfreut, zeigt die AfD welche sich wie ein Fisch im Wasser fühlt und mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in mehreren Bundesländern im Frühjahr 2016 zur „Herbstoffensive“ bläst. Während in ganz Deutschland Flüchtlingsunterkünfte in Flammen aufgehen fordert die Partei unter anderem die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, sowie Sonderlager für Geflüchtete aus den Balkenstaaten. Die AfD will sich mittels ihrer Anti-Flüchtlings-Kampagne als parlamentarischer Arm des braunen Mobs profilieren. Dass dies gar nicht so einfach werden könnte zeigt die Nähe ihrer Forderungen zu Positionen von CSU/CDU bis hin zu Teilen der SPD. Die AfD erhofft sich durch besonders populistische Forderungen Stimmen von Nazis und bürgerlichen Rassisten und hat kein Problem damit sich ideologisch an die Seite von militanten Nazis wie Thügida zu Stellen.

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